Sicherheit in der Luftfahrt

Spezielle Ausbildungen für Luftfahrtsicherheit und gute Kommunikation sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Flugplans am Berliner Flughafen Tegel – ohne dabei die Sicherheit zu vernachlässigen.

Fachkräfte und enge Zusammenarbeit garantieren Sicherheit in der Luftfahrt

Im Bereich Aviation gilt es, neben den Vorschriften der Sicherheitsindustrie noch viele weitere, sich überschneidende Vorschriften – die sich zudem ständig verschärfen – einzuhalten und diesbezüglich auf dem neusten Stand zu bleiben. Das ist einer der Gründe dafür, dass sich die Luftfahrtsicherheit zu einem stark spezialisierten Bereich mit engagierten Sicherheitskräften entwickelt hat.

Die Fluglinien operieren in Übereinstimmung mit den internationalen Zivilluftfahrtregelungen, den nationalen Vorschriften vor Ort und den Vorschriften ihres jeweiligen Heimatlandes. Die Vorschriften des UK beispielsweise sehen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für britische Fluglinien vor. Daher werden zwei Securitas-Mitarbeiter eingesetzt, um ID-Badges zu kontrollieren und die Geräte zu inspizieren, die an Bord der Flugzeuge von British Airways gebracht werden.
„Wir müssen sowohl die nationalen als auch die britischen Gesetze und Vorschriften befolgen, und Letztere sehen spezielle Zugangskontrollen vor, während sich die Flugzeuge am Boden befinden“, erklärt Werner Dudeck, CLC Hub Manager von British Airways. „Am Flughafen Tegel übernimmt Securitas diesen speziellen Service. Die Crew und das Bodenpersonal werden an verschiedenen Kontrollpunkten des Flughafens überprüft.“

Umfassendes Know-how, gründliche Kontrollen und hoher Druck

Gleichzeitig steht das Personal an den Gepäckkontrollen permanent unter Druck, weil alle es eilig haben: Passagiere wollen ihre Flieger erwischen und Fluglinien möchten ihre Start-Slots (Startzeiten) einhalten. Um diese Herausforderungen erfolgreich meistern zu können, müssen die Sicherheitskräfte über umfassendes Know-how verfügen und zudem serviceorientiert, gründlich geprüft und ausgiebig geschult sein. Das Ausbildungsniveau ist so hoch, dass sich am Ende nur einer von zehn Bewerbern erfolgreich durchsetzt.

Für zusätzlichen Druck sorgen die Undercover-Polizisten der Bundespolizei: An den Sicherheitskontrollpunkten versuchen sie regelmäßig, verbotene gefährliche Gegenstände an Bord zu schmuggeln. Durch die Undercover-Aktionen wird sichergestellt, dass die Sicherheitskräfte stets auf der Hut sind und ihre Leistungsfähigkeit nicht unter dem Zeitdruck leidet. „Die Kontrollen werden stichprobenartig durchgeführt – manchmal finden zwei Kontrollen an einem Tag statt, und dann passiert wieder wochenlang gar nichts“, so Captain Sandra Pfeifer von der Bundespolizei am Flughafen Tegel.

Sicherheitsdienstleister und Polizei teilen sich die Verantwortung

Das Grenzgebiet fällt in den Zuständigkeitsbereich der deutschen Bundespolizei. Im Falle eines Flughafens schließt dieses die gesamte Örtlichkeit mit ein. Die Polizei verhindert Sicherheitsverstöße auf dem Gelände und ist letztendlich dafür verantwortlich, dass sämtliche Flugzeuge den Flughafen sicher verlassen. Sie bestreifen das Flughafengelände, überwachen die Sicherheitskontrollpunkte und arbeiten eng mit dem Sicherheitsdienstleister – in diesem Fall Securitas – zusammen.

Um die Leistungsfähigkeit kontinuierlich zu steigern, nehmen Securitas und die Bundespolizei jeden Monat gemeinsame Qualitätsbewertungen vor. „Wir führen gute, kreative Diskussionen”, so Pfeifer, deren 270 Bundespolizisten mit 950 Securitas-Sicherheitskräften zusammenarbeiten. „Der wichtigste Aspekt unserer Sicherheitstätigkeit hier in Tegel ist der Vertrag zwischen meiner Belegschaft und den Securitas-Mitarbeitern. Ich bin überzeugt davon, dass das Securitas-Team sehr kompetent ist“, so Pfeifer.

Obwohl Securitas für die Kontrollen zuständig ist, rufen die Sicherheitsmitarbeiter die Polizei um Hilfe, wenn es zu einem Zwischenfall kommt. Dadurch wird eine genau festgelegte, gut geprobte Handlungskette in Gang gesetzt, die Captain Pfeifer von einer Serviceleitstelle aus überwacht. „Sobald ein Sicherheitsmitarbeiter den Alarmknopf drückt, beginnt die Überwachungskamera mit der Aufnahme, zwei Bundespolizisten werden entsendet und das Gate wird wegen Inspektion geschlossen“, erläutert sie.

Als einmal ein solcher Zwischenfall eintrat, wurde das Band angehalten, zwei Bundespolizisten trafen ein und der Sicherheitsmitarbeiter legte die Situation dar: Sie hatten auf dem Leuchtschirm etwas Verdächtiges in einer Tasche entdeckt. Die Beratung dauerte eine Minute, dann wurde ein Bombenspürhund eingesetzt. Nachdem der Hund alles untersucht hatte, öffnete die Polizei die Tasche und spürte den verdächtigen Gegenstand auf: eine sprechende Puppe! Laut Pfeifer kommt so etwas sehr häufig vor: „Ein Batteriesatz sieht manchmal aus wie ein Zündgerät.”

Die Zeit zwischen dem ersten Alarm und der endgültigen Auflösung der Situation beträgt sechs Minuten. Der Flug kann also planmäßig starten.

Das ist sehr wichtig, da eine Verzögerung am Gate das Verpassen des Start-Slots bedeuten kann, was wiederum zum Verlust des Lande-Slots und der Verschwendung von mehreren Tausend Dollar Düsentreibstoff für das Kreisen über dem Zielflughafen führen kann. Wenn die Verzögerung entsprechend lange dauert, sehen sich die Fluglinien zudem u.U. zusätzlichen Kosten für umgebuchte Flüge (aufgrund verpasster Anschlüsse) und sehr ärgerlichen Passagieren gegenüber. Dennoch hat die Sicherheit höchste Priorität, ganz egal wie hoch der Druck ist. „Für uns hier in Tegel steht die Sicherheit an erster Stelle, der Zeitplan erst an zweiter“, betont Pfeifer. „Dennoch sind wir uns bewusst, dass jede Minute zählt."

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